Bürgersprechstunde mit Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn zum Verkehr in Pankow-Rosenthal

Pressemitteilung

Auf Einladung des Bürgervereins Dorf Rosenthal e.V. hat sich am 06.07.2017 der für Verkehr zuständige Stadtrat in Pankow Vollrad Kuhn den Fragen von Bürgern zum Thema Verkehr in Pankow-Rosenthal gestellt. Zu der Verantstaltung im Restaurant Dittmann´s kamen mit über 90 Interessierten weit mehr Teilnehmer/-innen als erwartet. Mit anwesend waren der Amtsleiter des Straßen- und Grünflächenamts und der zuständige Bezirksingenieur.

Im Zentrum der Diskussionen stand der Neubau der Kastanienallee sowie der LKW-Verkehr durch Rosenthal. Herr Dr. Bonitz, 1. Vorsitzender des Vereins Dorf Rosenthal e.V., moderierte die Bürgersprechstunde.

Herr Kuhn wurde gebeten, zuerst zum Sachstand der Planung der Kastanienallee zu berichten:

  • Es besteht eine vom Verkehrsausschuß des Bezirks bestätigte Bauplanungsunterlage. Die Kosten von ca. 4,4Mio. Euro sind im Investitionsplan eingestellt.

  • Die Kastanienallee ist eine übergeordnete Straße der Kategorie III und muß ausgebaut werden, da sie im Stadtentwicklungsplan Verkehr eine Sammelfunktion für Verkehr hat, obwohl sie durch ein Wohngebiet führt.

  • Erste Vorbereitungen beginnen im Jahr 2018, ab 2019 beginnt der tatsächliche Neubau/Sanierung.

  • Die Fahrbahn hat eine Breite von 6,5m, der Radweg von 1,5m, dazu kommt noch der Gehweg.

  • Die Planung wurde bewußt zuungunsten des ruhenden Verkehrs gestaltet. Fahrzeuge sollen auf den Grundstücken der Anwohner und auch in den Nebenstraßen abgestellt werden.

  • Zum Bau einer Radverkehrsanlage müssen alle Bäume zwischen Eschenallee und Dietzgenstraße gefällt werden.

Die anwesenden Bürger erhoben gegen den die aktuelle Planung folgende Bedenken:

  • Die umgebende Bebauung im Abschnitt Eschenallee und Dietzgenstraße ist zu eng für den Ausbau in dieser Art und Weise und ginge vollständig an den Bedürfnissen der Menschen vorbei.

  • Es entstünde hiermit eine Straße im Stile einer Bundesstraße durch Wohngebiet – „eine B96c“.

  • Lt. den Aussagen der beteiligten Parteien im Wahlkampf soll Berlin grüner gemacht werden – die Fällung aller Bäume ab Eschenallee steht in völligem Widerspruch zur aktuellen Planung.

  • Eine Kastanienallee ohne Kastanien ist nicht vorstellbar – Stadtnatur ginge unwiderbringlich verloren.

  • Der Schwerlast- und Pendlerverkehr in der Kastanienallee muß dringend begrenzt werden, anstatt Fehlanreize für ein weiteres Verkehrswachstum zu setzen, z.B. durch Nacht- und Wochenendfahrverbote oder Begrenzung auf LKW bis 7,5t.

  • Der dörfliche Charakter Rosenthals würde durch die aktuelle Planung zerstört werden.

  • Es wurde der Wunsch geäußert, daß auch Vertreter der Verkehrslenkungsbehörde, die für die übergeordnete Verkehrsplanung verantwortlich zeichnet, anwesend sind.

  • Es wurde gefragt, ob der Ausbau der Straße noch zu stoppen ist.

  • Die Nebenstraßen seien schon jetzt hinsichtlich des verfügbaren Parkraums völlig ausgelastet bzw. überlastet; die Machbarkeit des Parkens auf Anwohnergrundstücken wird bezweifelt.

Die Bürgersprechstunde diente vorwiegend der Darstellung der Probleme gegenüber der zuständigen Politik und Verwaltung. Zu den meisten Punkten konnten von Herrn Kuhn keine weiteren Angaben gemacht werden; er sei jedoch bereit, die aktuelle Planung vor dem Hintergrund der geäußerten Kritik noch einmal zu überprüfen und die Bürger hierbei zu beteiligen. Er könne den Unmut der Bürger verstehen, allerdings sei die übergeordnete Verkehrsplanung durch den Senat und nicht durch den Bezirk zu verantworten.

Bezüglich der Schulwegssicherheit verwies er darauf, daß er Vorsitzender einer gleichnamigen Steuerungsgruppe ist; Hinweise hierzu sollten direkt an ihn gemeldet werden.

Die Veranstaltung verdeutlichte noch einmal die massiven Vorbehalte und Bedenken der Bürger im Hinblick auf den geplanten Neubau/Sanierung der Kastanienallee sowie deren Auswirkungen auf den Verkehrsraum. Ferner bestand auch große Unzufriedenheit im Hinblick auf die zahlreichen anderen ungelösten Verkehrsprobleme in diesem Raum wie z.B. die Verzögerungen der Sanierung Friedrich-Engels-Straße oder kaputte oder fehlende Gehwege in Rosenthal.

Die Zusammenfassung des Bürgervereins Dorf Rosenthal e.V. finden Sie auf dessen Seite bei Facebook.

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