Hauptstraße in Berlin-Wilhelmsruh/Rosenthal

Beschreibung des Verkehrsproblems

Die Hauptstraße in 13158 Berlin verläuft zwischen der aus dem Süden (Reinickendorf) kommenden Kopenhagener Straße und der sich nördlich anschließenden Mönchmühler Straße in Rosenthal. Sie ist eine radiale Verbindungsstraße der Klasse III laut Straßenentwicklungsplan. Während der Straßenbelag auf Rosenthaler Seite überwiegend aus Kopfsteinpflaster besteht, ist die Straße auf Wilhelmsruher Seite asphaltiert.

Seit Jahren klagen die Anwohner in Rosenthal und Wilhelmsruh über einen erheblichen Anstieg des Durchgangsverkehrs, der zwischen dem südlichen Teil von Reinickendorf und dem Märkischen Viertel bzw. den nördlich angrenzenden Brandenburger Gebieten durch die Hauptstraße stattfindet (und teils an der Kastanienallee in tangentialer Richtung wieder abzweigt Richtung B96 oder A114). Ein besonderer Belastungspunkt ist die Kreuzung der Hauptstraße mit der Schillerstraße, welche die Verbindung zur ebenfalls sehr stark frequentierten Germanenstraße darstellt.

Anhand einer Verkehrszählung aus dem Jahre 2016 sind selbst auf dem etwas weniger stark befahrenen Abschnitt der Hauptstraße nördlich der Kastanienallee pro Tag fast 5.300 Fahrzeuge (darunter ca. 380 LKWs) unterwegs; auf dem südlichen Abschnitt dürften es noch mehr sein. Anfang 2018 wurde eine neue Verkehrszählung an der Ecke Hauptstraße/Schillerstaße durchgeführt, deren Ergebnisse uns noch nicht bekannt sind.

Besonders störend ist der Lärm durch den bereits früh morgens beginnenden Schwerlastverkehr und durch Verkehrsteilnehmer mit überhöhter Geschwindigkeit. Verstärkt wird die Problematik durch den streckenweise erheblich schadhaften Straßenbelag, der insbesondere bei nicht voll beladenen LKWs oder Entsorgungsfahrzeugen ein zusätzliches lautes Klappern verursacht.

Den Anwohnern ist bewusst, dass die Hauptstraße eine überörtliche Verbindungsfunktion hat. Allerdings sehen sie auch, dass auf vielen anderen Straßen ähnlichen Charakters zumindest in den Nachtstunden verkehrsberuhigende Maßnahmen zum Zwecke des Lärmschutz angeordnet wurden. Das naheliegendste Beispiel hierfür ist die südliche Verlängerung der Hauptstraße auf Reinickendorfer Seite, die Kopenhagener Straße, auf deren bewohntem Abschnitt (außerhalb des Gewerbegebiets) bereits seit vielen Jahren Tempo 30 von 22-6 Uhr gilt.

Zwei verschiedene Anwohnerinitiativen setzen sich daher seit vielen Jahren für verkehrsberuhigende Maßnahmen auf der Hauptstraße ein.

Bereits seit dem 04.Juni 2012 erfolgte eine gemeinsame Lärmbeschwerde mehrerer Anwohner der Ecke Hauptstraße/ Schillerstraße. Obwohl die durch die VLB im Februar 2013 durchgeführte Verkehrszählung ergab, dass die zulässigen Grenzwerte deutlich überschritten wurden [Lärmbelastung am Tage: 74dB(A) und zur Nachtzeit: 69 dB(A)], wurde die Bitte um verkehrsberuhigende Maßnahmen nach jahrelanger Bearbeitung am 29. September 2016 abgelehnt. Der Widerspruch zu dieser Entscheidung wurde ebenfalls abgelehnt.

Im Jahre 2015 haben einige Anwohner der Hauptstraße Unterschriften für einen Antrag für eine ebensolche nächtliche Verkehrsberuhigung gesammelt, die auf dem gesamten asphaltierten Abschnitt der Hauptstraße (d.h. vom S-Bahnhof Wilhelmsruh bis Beginn des Kopfsteinpflasterabschnitts nahe dem Landhaus Rosenthal) angeordnet werden soll. Mithilfe des SPD-Ortsverbands und einiger örtlicher Gewerbetreibender sind hierfür über 200 Unterschriften gesammelt worden.

Der Antrag wurde im November 2015 bei der zuständigen Verkehrslenkung Berlin (VLB) eingereicht und mit Schreiben vom 30.9.2016 von dieser abgelehnt. Auch das Anfang 2017 abgeschlossene Widerspruchsverfahren ist erfolglos geblieben.

Aus Sicht der VLB rechtfertigt das Verkehrsaufkommen an der Hauptstraße keine Maßnahmen, die die Leistungsfähigkeit der Verbindungsfunktion einschränken könnten. Die Unterzeichner sind enttäuscht darüber, dass ihre Lärmschutzinteressen als nachranging erachtet werden gegenüber den Interessen des durchfahrenden Verkehrs.

Seit der Ablehnung ihrer Anträge durch die VLB setzen sich die Initiatoren auf anderem Wege, u.a. über den Arbeitskreis Verkehr, für für eine Neuauszählung des Verkehrsaufkommens für eine Neubewertung der Situation ein. Mitte 2017 wurde durch Staatssekretär Jens-Holger Kirchner eine Neuprüfung der Situation in Aussicht gestellt. Seitdem hat sich leider noch nichts Neues getan, aber die Initiatoren werden das Anliegen weiter nachverfolgen.

 

Zur Seite der Anwohnerinitiative.

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