Das „Kiezgebiet“: unsere Vision für eine moderne Verkehrsentwicklung im Pankower Norden

Karte des Künftigen Kiezgebietes

In einigen Stadtteilen Berlins werden mittlerweile sog. „Kiezblocks“ eingerichtet mit dem Ziel, Durchgangsverkehr in Wohngebieten zu vermeiden, die Lebensqualität und Verkehrssicherheit zu erhöhen und dem Umweltverbund aus Fuß-/Radverkehr und ÖPNV mehr Platz im öffentlichen Raum einzuräu-men. Typisch für einen „Kiezblock“ ist, dass durch ihn keine vorfahrtberechtigten Straßen des übergeordneten Netzes verlaufen, sondern, Durchgangsverkehr um den Kiezblock herum geleitet wird.

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Vollständige Beschreibung des "Kiezgebietes" (PDF).

Die Einrichtung von einzelnen „Kiezblocks“ in unseren Wohngebieten im Norden von Pankow würde die spezifischen Probleme und Anforderungen nicht ausreichend lösen. Daher wird für das folgende Konzept dieser Verkehrsraum am Stadtrand bzw. an der Bezirksgrenze zusammenhängend betrachtet und weiter gefasst.

Wir definieren daher ein „Kiezgebiet“ als zusammenhängenden Verkehrsraum aus Wohngebieten unter-schiedlicher Prägung in Stadtrandlage, der im Gegensatz zu einem „Kiezblock“ auch die übergeordneten Straßen in das Verkehrs- und Mobilitätskonzept mit einbezieht. Diese Situation ist generell typisch für die Ausgangssituation und Problemlage von Wohngebieten am Stadtrand, und soll hierfür geeignete Lösungen aufzeigen. Hier finden Sie eine Vollansicht der Karte.
Das Kiezgebiet ist eine Vision, um ein mögliches Ziel einer Entwicklung aufzuzeigen, die ca. 8-10 Jahre dauert. Wir sind allerdings der festen Überzeugung, dass es vorab der Definiton eines Ziels bedarf, um überhaupt eine sinnvolle Diskussion über Wege dahin führen zu können. Eine planlose Diskussion für jede einzelne Straße, wo das Rad sprichwörtlich neu erfunden werden soll und wie sie derzeit häufig in Gesellschaft und Politik üblich ist, halten wir nicht für zielführend. Wir haben aufgrund der Erfordernisse des Klimawandels und der nötigen Anpassungsmaßnahmen schlichtweg hierfür keine Zeit mehr.

Wir treten dafür ein, dass diese Vision eines Kiezgebietes in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft und einem Verkehrsplanungsbüro sowie den Behörden und Parteien inhaltlich und technisch weiterentwickelt, und dann Zug für Zug umgesetzt wird. Im Rahmen dieses Konzepts sind auch die laufenden Straßenplanungen für z.B. die Kastanienallee oder die Str. vor Schönholz neu anzupassen – aber eben aufeinander abgestimmt – und nicht als Einzelbetrachtung. Bekanntermaßen plant das Bezirksamt Pankow immer noch die völlig veralteten Straßenplanungen weiter, und möchte hierfür sogar noch Grundstücke in der Kastanienallee kaufen bzw. später enteignen.
Wir arbeiten derzeit daran, für diesen Planungsprozess die Unterstützung der SenUMVK zu bekommen.

Hier finden Sie unsere Vision für das „Kiezgebiet“ zum herunterladen.

Wir weisen an dieser Stelle noch einmal darauf hin, dass hier ein mögliches Gesamtbild skizziert werden soll, und einzelne Maßnahmen in einzelnen Straßen grundstätzlich einer erneuten verkehrstechnischen Planung in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, der Verwaltung und den Parteien bedürfen. Das skizzierte Konzept soll diese planerischen Schritte keinesfalls vorweg nehmen. 

Ein Gedanke zu „Das „Kiezgebiet“: unsere Vision für eine moderne Verkehrsentwicklung im Pankower Norden“

  1. Ich kenne den Kiezblock Bellermannstraße/Eulerstraße. Hier wird der Autoverkehr mittels Diagonalsperre komplett verhindert. Motrorradfahrer und Fahrradfahrer können sich durch die Poller quetschen und das wird dann auch gemacht, obwohl es so nicht gedacht ist. Die Poller können mit Spezialschlüsseln von BSR, Krankenwagen, Feuerwehr, etc. umgelegt werden, aber die Zeit nimmt sich niemand. Stattdessen wird umfahren. Die Anwohner der anderen Straßen müssen umso mehr leiden. Der Kiezblock in dieser Ausführung stellt die radikalste Lösung zu Lasten des motorisierten Verkehrs dar. Er schränkt auch die direkte Erreichbarkeit der Wohnhäuser für Feuerwehr. SMH und Polizei massivst ein und ist deswegen als gefährlich einzustufen. Ich sehe den Kiezblock eher als eine radikale politische Geste zu vermeintlichen Gunsten der Fußgänger und Fahrradfahrer an, denn als nachhaltige und ausgewogene Zukunftslösung. Wenn man die Feuerwehr braucht oder den Krankenwagen oder die Polizei, dann wird auch als hilfebedürftiger Fahrradfahrer oder Fußgänger hoffen, dass so schnell als möglich Hilfe kommen kann. Das ist mit radikalen Durchfahrtssperren, die im Krisenfall erst einzeln abgebaut werden müssen, sicher nicht gegeben. Zumal jetzt in der Bellermannstraße auch noch ein Garten mit Plastik-Container-Hochbeeten mitten auf der Diagonalsperre errichtet wurde, der die Durchfahrt noch zusätzlich erschwert. Wir haben in Rosenthal ohnehin so schmale Straßen, dass Kiezblocks schnell zu einem Dauerstau in den noch befahrbaren Straßen führen würde. Stattdessen erscheint mir die Querschnittsverengung, die in einigen Straßen durch das seitliche Parken und auch durch das bewusste Abstellen von Anhängern oder LKW als Selbstverteidigung der Anwohner vorgenommen wird, ein funktionierendes Mittel zu sein, um den Durchgangsverkehr einzuschränken. Jedenfalls würde ich konstatieren, dass sich bereits etwas bei der Verdrängung des Durchfahrtsverkehrs getan hat. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass momentan die Autobahnabfahrt Schönerlinder Straße gesperrt ist und vorher lange die Autobahnbrücke saniert wurde. Für uns Anwohner ist es jedenfalls ein Seegen, dass weniger Transporter und Pendler kommen. Ich würde es sehr begrüßen, wenn der Kiez größerräumig definiert würde und ein kluges und ausgewogenes, übergreifendes Verkehrskonzept geschaffen würde. Die Zukunft muss Park-Ride am Stadtrand heißen und auch der Güterverkehr muss zurückgefahren werden, indem die Lagerwirtschaft wieder stärker kultiviert wird. Es kann nicht sein, dass unsere Güterlager auf der Autobahn rollen und tägliche Lieferungen für Supermärkte und Betriebe notwendig sind und dass unser Berliner Müll durch die halbe Republik gefahren wird! Es müssen stattdessen mikroregionale Konzepte für Kreislaufwirtschaften entwickelt werden. Aber bitte schnell!

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